Hilft Chiropraktik bei Migräne?

von | März 10, 2022 | Symptome, Migräne | 0 Kommentare

Migräne und Chiropraktik – Kann eine chiropraktische Behandlung bei Migräne helfen?

Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit und betrifft Millionen Menschen. Wiederkehrende Kopfschmerzattacken, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit können den Alltag erheblich einschränken. Viele Betroffene suchen deshalb nach ergänzenden Möglichkeiten, ihre Beschwerden zu reduzieren.

Doch welche Rolle kann die Chiropraktik dabei spielen? Und woran erkennt man überhaupt, ob es sich um Migräne oder um andere Kopfschmerzen handelt?

 

Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als „nur Kopfschmerzen“. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die meist anfallsartig auftritt und häufig mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen andauern kann.

Typische Symptome einer Migräne sind:

  • starke, meist einseitige Kopfschmerzen
  • pulsierender oder pochender Schmerz
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • verstärkte Beschwerden bei körperlicher Aktivität

Viele Betroffene ziehen sich während einer Attacke in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurück.

 

Was ist eine Aura?

Etwa jeder dritte Migränepatient erlebt vor einer Attacke eine sogenannte Aura.

Dabei können unter anderem auftreten:

  • Flimmern vor den Augen
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Lichtblitze
  • Kribbeln in Armen oder Gesicht
  • Sprachstörungen

Die Aura dauert häufig zwischen 20 und 60 Minuten und verschwindet meist wieder vollständig, bevor die eigentlichen Kopfschmerzen beginnen.

 

Migräne oder Spannungskopfschmerz?

Viele Menschen sind unsicher, ob sie unter Migräne oder Spannungskopfschmerzen leiden. Tatsächlich werden beide Formen häufig verwechselt – und Mischformen kommen ebenfalls regelmäßig vor.

MigräneSpannungskopfschmerz
meist einseitighäufig beidseitig
pulsierenddumpf, drückend
Übelkeit häufigÜbelkeit selten
Licht- und Geräuschempfindlichkeitmeist nicht ausgeprägt
körperliche Aktivität verschlechtert die BeschwerdenBewegung wird oft als angenehm empfunden

Eine eindeutige Diagnose sollte immer ärztlich erfolgen.

 

Welche Ursachen kann Migräne haben?

Die genauen Ursachen einer Migräne sind bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken können.

Häufige Auslöser sind:

  • hormonelle Veränderungen
  • Stress
  • Schlafmangel
  • bestimmte Lebensmittel
  • Flüssigkeitsmangel
  • Wetterwechsel
  • genetische Veranlagung

Darüber hinaus können auch Funktionsstörungen des Bewegungsapparates eine Rolle spielen.

Insbesondere Einschränkungen der Halswirbelsäule oder des Beckens können zu einer erhöhten Belastung von Muskeln, Gelenken und Nerven führen und bei manchen Menschen als mitbeteiligender Faktor auftreten.

 

Welche Rolle spielt die Halswirbelsäule?

Die Halswirbelsäule besitzt eine enge Verbindung zum Nervensystem.

Sind einzelne Wirbel oder Gelenke in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, können muskuläre Verspannungen entstehen, die wiederum Kopfschmerzen oder migräneähnliche Beschwerden begünstigen können.

Häufige Ursachen solcher Bewegungseinschränkungen sind:

  • Bewegungsmangel
  • langes Sitzen
  • schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz
  • ungünstige Schlafpositionen
  • chronischer Stress
  • craniale Funktionsstörungen
  • frühere Verletzungen

Auch das Kreuzbein kann die Statik der Wirbelsäule beeinflussen und dadurch indirekt Auswirkungen auf die gesamte Körperhaltung haben.

 

Kann Chiropraktik bei Migräne helfen?

Nicht jede Migräne entsteht durch die Wirbelsäule. Häufig spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.

Deshalb beginnt eine chiropraktische Behandlung immer mit einer ausführlichen Untersuchung.

In der Chirolounge prüfen wir unter anderem:

Ein Wirbelsäulenscan und die chiropraktische Untersuchung können Hinweise darauf geben, ob funktionelle Bewegungseinschränkungen als mitverursachender Faktor infrage kommen.

Ziel der Behandlung ist es, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern und das Zusammenspiel von Gelenken, Muskulatur und Nervensystem zu unterstützen.

Auch wenn eine Migräne beispielsweise hormonell bedingt ist, kann eine chiropraktische Behandlung im Einzelfall dennoch einen positiven Einfluss auf die Beschwerden haben, wenn zusätzlich funktionelle Störungen der Wirbelsäule vorliegen.

 

Was sagt die Forschung?

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten Beschwerdebildern, wegen derer Menschen chiropraktische Praxen aufsuchen.

Eine Auswertung von 230 wissenschaftlichen Veröffentlichungen zeigt, dass Chiropraktik bei bestimmten Patientengruppen positive Effekte haben kann.

Unter anderem berichtete eine Studie:

  • 22 % der behandelten Patientinnen und Patienten erlebten eine Reduktion ihrer Migräneanfälle um 90 %.
  • 49 % berichteten über eine deutliche Verringerung der Schmerzintensität.

Diese Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchte Studienpopulation und bedeuten nicht, dass dieselben Effekte bei jeder Person zu erwarten sind. Der Erfolg hängt unter anderem von der individuellen Ursache der Beschwerden ab.

 

Wann sollte Migräne ärztlich abgeklärt werden?

Eine chiropraktische Untersuchung ersetzt keine medizinische Diagnose.

Suche unbedingt ärztliche Hilfe auf, wenn:

  • plötzlich der stärkste Kopfschmerz Deines Lebens auftritt
  • neurologische Ausfälle bestehen
  • Lähmungen auftreten
  • Sprachstörungen anhalten
  • Fieber oder Nackensteifigkeit hinzukommen
  • sich die Kopfschmerzen deutlich verändern

Diese Symptome sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden.

 

Häufige Fragen zur Migräne und Chiropraktik

Kann Chiropraktik Migräne heilen?

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung. Chiropraktik hat nicht das Ziel, Migräne zu heilen. Sie kann bei manchen Menschen eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein, insbesondere wenn funktionelle Störungen der Wirbelsäule an den Beschwerden beteiligt sind.

Hilft Chiropraktik auch bei hormoneller Migräne?

Auch wenn hormonelle Veränderungen ein wichtiger Auslöser sein können, können gleichzeitig Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule oder des Beckens bestehen. Diese können chiropraktisch untersucht und – sofern angezeigt – behandelt werden.

Wie finde ich heraus, ob meine Halswirbelsäule beteiligt ist?

Eine chiropraktische Untersuchung sowie ein Wirbelsäulenscan können Hinweise darauf geben, ob funktionelle Einschränkungen vorliegen.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Das hängt von der Ursache, der Dauer der Beschwerden und den Untersuchungsergebnissen ab. Nach der Erstuntersuchung wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.

 

Fazit

Migräne ist eine komplexe Erkrankung mit unterschiedlichen Ursachen. Neben hormonellen, neurologischen und genetischen Faktoren können auch funktionelle Einschränkungen der Halswirbelsäule oder des Beckens eine Rolle spielen.

Eine chiropraktische Untersuchung kann helfen festzustellen, ob solche Bewegungseinschränkungen bei Deinen Beschwerden beteiligt sind. Liegen entsprechende Befunde vor, kann eine individuell abgestimmte chiropraktische Behandlung eine sinnvolle Ergänzung im Gesamtkonzept der Migränebehandlung sein.

 

 

 

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Das Chirolounge-Team München

 

 

 

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